Was verbraucht eine Wärmepumpe im Jahr an Strom?
Das hängt an der Jahresarbeitszahl, also daran, wie viel Wärme die Anlage aus einer Kilowattstunde Strom macht. Ein Beispiel: Ein Haus mit 15.000 Kilowattstunden Wärmebedarf braucht bei einer Jahresarbeitszahl von 3,5 rund 4.300 Kilowattstunden Strom, bei 4,2 nur noch etwa 3.600. Der Unterschied von 700 Kilowattstunden entsteht nicht durch das Gerät, sondern durch die Vorlauftemperatur und den hydraulischen Abgleich. Genau deshalb rechnen wir vorher jeden Raum durch, statt die Anlage nach Wohnfläche zu wählen.
Kann ich eine Wärmepumpe nachträglich einbauen lassen?
Ja, und das ist der Regelfall. Ein bestehender Gas- oder Ölkessel wird ausgebaut, die Wärmepumpe kommt an seine Stelle. Wichtig ist vorher die Heizlastberechnung: Sie zeigt, ob die vorhandenen Heizflächen mit einer niedrigeren Vorlauftemperatur auskommen. Wo einzelne Räume nicht mitkommen, tauschen wir gezielt Heizkörper aus, statt das ganze Haus umzubauen. Ein Nachrüsten während der Heizperiode ist möglich, wir planen die Umschaltung dann so, dass Sie nicht ohne Heizung dastehen.
Welche Erfahrungen machen Kunden mit einer Wärmepumpe im Bestand?
Wo die Auslegung stimmt, laufen die Anlagen unauffällig. Die Beschwerden, die man hört, gehen fast immer auf zwei Ursachen zurück: ein zu groß gewähltes Gerät, das ständig an- und ausgeht, oder ein fehlender hydraulischer Abgleich, wodurch einzelne Räume kalt bleiben und die Vorlauftemperatur hochgedreht wird. Beides ist vermeidbar, kostet aber vorher Rechenarbeit. Wir übergeben die Einstellwerte schriftlich, damit nachvollziehbar bleibt, warum die Anlage so läuft.
Was kostet ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)?
Für ein Ein- oder Zweifamilienhaus liegt das Beratungshonorar üblicherweise zwischen 1.300 und 1.800 Euro. Die BAFA erstattet davon 50 Prozent, höchstens 650 Euro. Sie zahlen also meist zwischen 650 und 1.150 Euro. Der Fahrplan rechnet sich in der Regel doppelt: Er zeigt die sinnvolle Reihenfolge der Maßnahmen, und jede Einzelmaßnahme, die Sie danach umsetzen, wird mit 5 Prozentpunkten zusätzlich gefördert. Bei einer Wärmepumpe für 30.000 Euro sind das 1.500 Euro mehr Zuschuss.
Beraten Sie auch außerhalb von OWL, zum Beispiel in Berlin?
Ja. Die Energieberatung und der individuelle Sanierungsfahrplan hängen nicht am Standort: Die BAFA-Förderung gilt bundeseinheitlich, und der Energieausweis ist bundesweit derselbe. Was einen Ortstermin braucht, ist die Bestandsaufnahme. Die planen wir so, dass sich Anfahrt und Aufnahme lohnen, oft zusammen mit der Heizlastberechnung. In Berlin arbeiten wir zusätzlich mit unserem Ausführungspartner vor Ort zusammen. Bei einzelnen Wohnungen in weiter entfernten Städten sagen wir Ihnen ehrlich, wenn ein Berater aus Ihrer Region der schnellere Weg ist.
Brauche ich einen Energieausweis, und wer stellt ihn aus?
Einen Energieausweis brauchen Sie, wenn Sie verkaufen oder vermieten. Spätestens bei der Besichtigung muss er vorliegen, sonst droht ein Bußgeld. Für den eigenen Gebrauch ist er nicht vorgeschrieben, aber nützlich: Der Bedarfsausweis rechnet das Gebäude durch und zeigt, wo die Wärme verloren geht. Ausstellen darf ihn nur, wer nach dem Gebäudeenergiegesetz dafür zugelassen ist. Wir erstellen ihn zusammen mit unserem Energieberater, meist im selben Termin wie die Heizlastberechnung.
Funktioniert eine Wärmepumpe auch mit normalen Heizkörpern?
In vielen Bestandshäusern ja. Entscheidend ist nicht der Heizkörpertyp, sondern die Vorlauftemperatur, die er für die geforderte Raumtemperatur braucht. Wir rechnen jeden Raum durch. Häufig reichen die vorhandenen Heizkörper bei 45 bis 55 Grad aus, und es müssen nur einzelne Flächen im Bad oder in einem Nordzimmer getauscht werden. Ein kompletter Heizkörpertausch ist selten nötig.
Wie hoch ist die Förderung für eine Wärmepumpe?
Die Grundförderung beträgt 30 Prozent. Wer eine alte Öl-, Kohle- oder Nachtspeicherheizung ersetzt, bekommt den Klimageschwindigkeitsbonus von derzeit 16 Prozent dazu; bei Gas- und Biomasseheizungen nur, wenn sie mindestens 20 Jahre alt sind. Dieser Bonus sinkt ab Februar 2027 halbjährlich. Selbstnutzende Eigentümer mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 50.000 Euro erhalten zusätzlich einen gestaffelten Einkommensbonus. Der Fördersatz ist auf 70 Prozent gedeckelt, bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 Euro auf 80 Prozent. Gerechnet wird auf förderfähige Höchstkosten von 28.000 Euro für die erste Wohneinheit. Ohne Einkommensbonus liegt ein typischer Haushalt damit bei 46 Prozent, nicht bei 70. Die Sätze ändern sich regelmäßig, deshalb prüfen wir sie für Ihr Angebot jeweils tagesaktuell bei der KfW nach.
Ist eine Wärmepumpe zu laut für mein Grundstück?
Maßgeblich ist der Schallpegel am nächsten fremden Fenster, nicht am eigenen. Die Grenzwerte stehen in der TA Lärm, nachts gelten im allgemeinen Wohngebiet 40 Dezibel, im reinen Wohngebiet 35. Wir prüfen den Aufstellort vorher rechnerisch und wählen Standort, Ausblasrichtung und bei Bedarf Schallhaube so, dass die Werte eingehalten werden. Moderne Geräte im Nachtbetrieb sind meist deutlich leiser als befürchtet.
Was kostet eine Wärmepumpe insgesamt?
Für ein Einfamilienhaus liegt eine komplette Anlage mit Speicher, Montage, Elektroanschluss und Inbetriebnahme meist zwischen 24.000 und 36.000 Euro brutto. Was den Preis wirklich bewegt, sind die Nebenarbeiten: Zählerschrank, Durchbrüche, Leitungswege und ob Heizflächen getauscht werden müssen. Nach Abzug der Förderung bleibt oft ein Eigenanteil im niedrigen fünfstelligen Bereich. Sie bekommen von uns eine Aufstellung, in der jede Position einzeln steht.
Wie oft muss eine Wärmepumpe gewartet werden und was kostet das?
Einmal im Jahr ist der übliche Rhythmus, und bei den meisten Herstellern ist die regelmäßige Wartung Voraussetzung für die Garantie. Für ein Einfamilienhaus liegt ein Wartungsvertrag meist im niedrigen dreistelligen Bereich pro Jahr. Enthalten sind Sichtprüfung, Anlagendruck, Volumenströme, Reinigung von Verdampfer und Filtern, Kontrolle von Kältekreis und Sicherheitsventil sowie das Auslesen und Bewerten der Betriebsdaten. Der letzte Punkt bringt am meisten: Aus den Daten sieht man, ob die Anlage taktet oder der Heizstab zu oft einspringt, und kann gegensteuern, bevor es auf der Stromrechnung auffällt.
Können Sie meine bestehende Anlage warten, auch wenn Sie sie nicht eingebaut haben?
Ja. Wir warten Anlagen unabhängig vom Hersteller und davon, wer sie montiert hat. Nennen Sie uns Fabrikat, Baujahr und Standort, dann bekommen Sie ein Angebot mit festem Jahrespreis. Bei der ersten Wartung schauen wir uns auch die Einstellungen an, da liegt bei übernommenen Anlagen oft das meiste Sparpotenzial.
Wie lange dauert der Umbau und bin ich in der Zeit ohne Heizung?
Die Montage dauert je nach Umfang zwei bis vier Arbeitstage. Ihre alte Heizung bleibt bis zum Umschalttag in Betrieb, der eigentliche Wechsel findet an einem Tag statt. Länger dauert meist das Drumherum: Die Anmeldung beim Netzbetreiber und die Lieferzeit des Geräts bestimmen den Termin, nicht die Handwerkerzeit.