Ein dichtes Haus braucht einen geplanten Luftwechsel. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung holt bis zu 90 Prozent der Wärme aus der Abluft zurück, bevor sie nach draußen geht. Dezentrale Geräte lassen sich nachrüsten, ohne Kanäle und ohne abgehängte Decke.
Zwei Geräte arbeiten als Paar im Wechseltakt. Während eines die verbrauchte Luft nach draußen bläst, holt das andere frische Luft herein. Ein Keramikspeicher im Gerät nimmt dabei die Wärme der Abluft auf und gibt sie siebzig Sekunden später an die Zuluft ab. Nach dem Wechsel läuft es andersherum.
Für den Einbau reicht eine Kernbohrung von etwa 160 Millimetern durch die Außenwand. Kein Technikraum, keine Rohre durch das ganze Haus, keine abgehängte Decke. Deshalb ist diese Bauart im Bestand meist der einzige Weg, der sich rechnet.
Die warme Abluft strömt am Speicher vorbei und lädt ihn auf. Siebzig Sekunden später dreht der Ventilator die Richtung um: Jetzt strömt kalte Außenluft durch denselben Speicher und nimmt die Wärme wieder mit herein.
Bei minus 5 Grad draußen und 21 Grad im Raum kommt die Zuluft mit etwa 16 bis 18 Grad an. Der Rest kommt aus der Heizung, aber eben nur ein Bruchteil dessen, was beim Fensterlüften verloren geht.
Vier Schritte von der Aufnahme bis zur Übergabe.
Wir sehen uns Grundriss, Wandaufbau und Fenster an und klären, welche Räume Zuluft brauchen und wo abgesaugt wird.
Berechnung des nötigen Luftwechsels, Festlegung von Gerätezahl und Positionen. Sie bekommen das Konzept schriftlich, es gehört zu den Förderunterlagen.
Kernbohrung, Gerät setzen, Stromanschluss, Abdichtung nach außen. Pro Gerät ein halber Tag, meist ist alles in ein bis zwei Tagen fertig.
Volumenströme messen, Stufen einstellen, Bedienung und Filterwechsel erklären. Die Messwerte bekommen Sie auf Papier.
Beide Bauarten holen die Wärme aus der Abluft zurück. Der Unterschied liegt darin, wie die Luft ins Haus kommt: über ein Kanalnetz vom Dachboden oder direkt durch die Außenwand jedes Raums.
Ein Gerät im Technikraum oder auf dem Dachboden, von dort Rohre in jeden Raum. Die Wärmerückgewinnung liegt mit 85 bis 95 Prozent etwas höher, und es gibt nur einen Filter zu wechseln.
Sinnvoll im Neubau oder bei einer Kernsanierung, wenn Decken ohnehin offen sind. Im bewohnten Bestand wird die Rohrführung schnell zum größten Kostenblock.
Je Raum ein Gerät in der Außenwand, paarweise im Wechseltakt. Wärmerückgewinnung 70 bis 90 Prozent, kein Rohrnetz, kein Technikraum. Jedes Gerät lässt sich einzeln regeln.
Sinnvoll im Bestand, bei Wohnungen und überall dort, wo keine Kanäle verlegt werden können. Der Einbau geht raumweise, auch während Sie wohnen bleiben.
Die Bilder stammen von einem Wohnhaus, das wir rundum mit dezentraler Lüftung nachgerüstet haben, und zeigen verschiedene Gebäudeseiten: Fenster, Hausecke, Terrasse und Dachüberstand. Sichtbar bleibt am Ende nur eine flache Haube.
Strom: Ein dezentrales Gerät zieht je nach Stufe zwischen 1 und 5 Watt. Bei sechs Geräten im Dauerbetrieb sind das über das Jahr etwa 100 bis 180 Kilowattstunden, also rund 30 bis 55 Euro. Dem steht die zurückgewonnene Wärme gegenüber: Bei einem Einfamilienhaus spart die Wärmerückgewinnung typischerweise 400 bis 900 Kilowattstunden Heizenergie im Jahr.
Filter: Ein Satz kostet je nach Gerät 8 bis 20 Euro, gewechselt wird ein- bis zweimal jährlich. Bei sechs Geräten sind das etwa 60 bis 200 Euro im Jahr. Wer den Wechsel selbst macht, zahlt nur das Material.
Wartung: Wir nehmen die Lüftung auf Wunsch in den Wartungsvertrag der Wärmepumpe mit auf. Dann messen wir einmal jährlich die Volumenströme nach, reinigen die Wärmetauscher und tauschen die Filter. Ohne Aufpreis für die Anfahrt, weil wir ohnehin da sind.
Lebensdauer: Die Ventilatoren sind auf etwa 30.000 bis 50.000 Betriebsstunden ausgelegt, das sind bei Dauerbetrieb gut zehn Jahre. Ein Ventilatortausch kostet deutlich weniger als ein neues Gerät, weil Gehäuse und Wandeinbau bleiben.
Schreiben Sie kurz, worum es geht. Sie bekommen in der Regel innerhalb eines Werktages eine Rückmeldung.
Ja, dafür ist die dezentrale Lösung gemacht. Sie braucht kein Kanalnetz und keine abgehängte Decke: Je Raum kommt ein Gerät in die Außenwand, dafür reicht eine Kernbohrung von etwa 160 Millimetern. Der Einbau geht raumweise und im bewohnten Haus, pro Gerät etwa ein halber Tag. Eine zentrale Anlage mit Rohren lohnt sich im Bestand meist nur, wenn ohnehin Decken geöffnet werden.
Bei dezentralen Geräten rechnen Sie mit etwa 900 bis 1.400 Euro je Gerät inklusive Kernbohrung, Montage und Elektroanschluss. Ein Einfamilienhaus braucht meist vier bis acht Geräte, je nach Raumzahl und Grundriss. Eine zentrale Anlage mit Kanalnetz liegt im Bestand deutlich höher, weil die Rohrführung den Aufwand bestimmt. Den genauen Preis nennen wir nach der Aufnahme vor Ort, nicht vorher.
Die Anlage nicht, aber das Lüftungskonzept: Nach DIN 1946-6 muss bei jeder Sanierung, die mehr als ein Drittel der Fenster oder der Dachfläche betrifft, geprüft werden, ob der Feuchteschutz ohne Zutun der Bewohner gesichert ist. Kommt dabei heraus, dass Fensterlüften nicht reicht, braucht es eine lüftungstechnische Maßnahme. Bei einer geförderten Sanierung gehört das Konzept zu den Unterlagen.
Ehrlich: In einem undichten Altbau mit alten Fenstern lüftet das Haus von selbst, da bringt eine Anlage wenig. Sobald aber neue Fenster drin sind oder gedämmt wurde, ändert sich das. Dann sammelt sich Feuchte, und wer tagsüber arbeitet, kann nicht alle vier Stunden lüften. Eine Anlage mit Wärmerückgewinnung holt 70 bis 90 Prozent der Wärme aus der Abluft zurück, während beim Fensterlüften die gesamte Wärme nach draußen geht.
In der normalen Stufe liegen dezentrale Geräte bei etwa 19 bis 28 Dezibel, das ist leiser als ein Kühlschrank. Im Schlafzimmer läuft die Anlage ohnehin auf der untersten Stufe. Wichtig ist die richtige Auslegung: Ein zu kleines Gerät muss dauerhaft schnell laufen und wird dadurch hörbar, ein passend gewähltes nicht.
Ein- bis zweimal im Jahr, bei Pollenfiltern oder an einer stark befahrenen Straße eher zweimal. Der Wechsel dauert wenige Minuten und lässt sich selbst machen; wir zeigen es Ihnen bei der Übergabe. Im Wartungsvertrag übernehmen wir ihn zusammen mit der Wärmepumpen-Wartung und messen dabei die Volumenströme nach.
Kühlen im eigentlichen Sinn nicht, das kann nur eine Klimaanlage. Die meisten Geräte haben aber einen Sommer-Bypass: Die Wärmerückgewinnung wird nachts umgangen, sodass kühle Nachtluft ungehindert hereinkommt. Das hilft spürbar, ersetzt aber keine Kühlung bei dauerhafter Hitze.